Lied-Gut Live – Nachbetrachtung


Was fürein Abend! Was für eine Location! Was füreine Stimmung!

Vor dem Konzert
Vor dem Konzert

Der Schreiber dieser Zeilen tut sich ja schwer mit Superlativen. Zum Einen glaubt er sie nicht, wenn er sie irgendwo liest oder hört – Stichwort „Werbescheissdrökh“ – (c) Neal Stephenson

Zum Zweiten kommen sie dem Schreiber dieser Zeilen (SdZ) aus genau diesem Grund nicht über die Lippen. Auch nicht virtuell.

Zum Dritten war der gestrige Abend, also der erste Lied-Gut Live Abend oder auch Kickoff (Werbescheissdrökh) der eben begonnenen Konzertreihe einfach nur unpackable. Einer der besten ever. Der Grund, warum der SdZ Musik macht und Menschen letztendlich eben doch mag.

Das schönste (Superlativ) daran: es ist jedem so gegangen, Mitmusiker, Konzertbesucher, Lokalbetreiber.

Nach einem Lied vom SdZ als Einmoderation lachte das Publikum an den richtigen Stellen zu den Lieder von FM4-Hero Hacklerberry Pi, der, assistiert von Tom Hosa, Josh Benda und dem SdZ, als Opener des Abends fulminierte. Ein sicherer Gewinner des Amadeus-Awards 2014, falls sie den Amadeus nicht schon vor zwei Jahren ins Armengrab gelegt haben.

Moritz Gaber, Gründungsmitglied dieser erlauchten Musikmanufaktur, hielt den Applaus auf ebenso hohem Niveau, was bei den Liedern, die der Mann schreibt nur dann selbstverständlich ist, wenn die Leut‘ auch zuhören. Stichwort intelligente Texte mit Anspruch auf Verstandenwerdenwollen. Ruhige Titel. Stille Wasser sind tief. Grossartig.

Eine stimmliche Kooperation mit Loretta Who und Anna Kaiser – das im letzten Jam Fixe aufgenommene „Atme das Licht“ – markierte den fließenden Übergang zum Set von Loretta Who: filigrane Songs mit Ukulele. Der einzige englischsprachige Beitrag des Abends. Dem SdZ fällt nicht viel dazu ein, da er beim Nachdenken darüber immer zu träumen beginnt. Und da fällt ihm dann zu viel zugleich ein.

Josh Benda komplettierte die erste Hälfte des Abends. Begann mit dem Duett „Lampedusa“ gemeinsam mit Loretta und geleitete das Publikum gemeinsam mit Moritz Gaber, Tom Hosa und dem SdZ in die Pause.

(Pause)

Hernach startete Niki Pasztory mit „Albanistan“ – der Aufmerksame Leser dieses Blogs kennt die Qualitäten dieses Songs. Ein fulminanter Einstieg in die zweite Hälfte. der SdZ tut sich echt schwer, Superlative zu vermeiden. Das Publikum, bar jeglicher Vermeidungsabsichten, konterte brausend.

Nachdem der SdZ ein ähnliches Brausen für seine Darbietung entgegennehmen durfte – Stichwort Lachen an den richtigen Stellen, ehrliche Aufmerksamkeit und alles, was man sich als Sänger so erträumt – assistierte er wie schon am Vorabend beim Ludwig-Hirsch-Tribute Anna Kaiser bei ihren Liedern. Brachial der Dorftrottel, ganz zart bei „Der Schnee draussen schmilzt“ als Duett.

Toller Ausklang im Dialekt mit Walter Pucher, der gemeinsam mit Moritz Gaber, Josh Benda und dem SdZ begann, zu zweit mit Moritz den Abend beruhigte und mit seiner Mörderballade „Kana siecht mi foin“ Solo den Abend gelungen beendete.

Bzw. zu bennden geglaubt hatte: Zugabe waren keine geplant – We-Are-The-World-artiges Overacting wäre so passend gewesen wie eine Pizza am Frack eines Dirigenten. Und: eine Zugabe spielen zu können hätte wohl jeder einzelne der Interpreten und Interpretinnen verdient. Ebenso wie das Publikum.

Zu guter Letzt geschah es dem Schreiber dieser Zeilen, dass er, weil gerade auf der Bühne stehend und den Abend abmoderierend, sich vom Publikum und was ihm ebenso wichtig war: von der Kollegenschaft zu einem letzten Lied – „Elaine“ – überzeugt wurde. Was aber aufgrund des überwältigenden Zuspruchs seitens des Publikums ebenso unvermeidlich wie selbstverständlich war – als Dankeschön für’s Kommen und Zuhören. Denn das war das Feinste an diesem Abend: ein Publikum, welches den Sängern und Sängerinnen das Gefühl gab, gehört zu werden.

Und so war es ein Abend der Art, die der Grund dafür waren, warum wir angefangen haben, Musik zu machen. Mehr ist dazu nicht zu sagen.

Doch: Was fürein Abend! Was für eine Location! Was füreine Stimmung!

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